Grundlagen zu Futures auf Rohstoffe

Rohstoffe sind austauschbare Wirtschaftsgüter wie Mais, Weizen, Reis, Rohöl und Gold.

Jeder Rohstoff muss bestimmte grundlegende Qualitätsanforderungen erfüllen, um die Unterschiede zwischen den Produkten zu minimieren. Damit soll sichergestellt werden, dass die Käufer das gleiche Produkt erhalten, unabhängig davon, wo es hergestellt wurde.

What is commodity trading

Natürlich gibt es große Nachfrage nach Rohstoffen, aber diese Nachfrage rührt in der Regel von Regierungen oder großen Unternehmen her. Der durchschnittliche Anleger kann mit mehreren Tonnen unverarbeitetem Rohöl, das in seinem Hinterhof steht, nichts anfangen, was spricht also trotzdem für den Handel mit Rohstoffen?

Die Antwort auf diese Frage liefert der ständige Begleiter des Rohstoffmarktes, der Futures-Handel. Es handelt sich dabei um den Vorgang des Kaufs von Rohstoffen zu ihrem aktuellen Preis, auch wenn das Produkt erst zu einem viel späteren Zeitpunkt geliefert wird..

Viele Rohstoffhändler brauchen die Produkte, die sie kaufen, nicht wirklich, sondern halten einen Futures-Kontrakt nur solange, bis der Preis der Ware steigt, und verkaufen ihn anschließend.

Der Handel mit Futures auf Rohstoffe mag modern erscheinen, tatsächlich ist diese Art von Geschäft schon Jahrtausende alt. Zwar sind die meisten Unterlagen über diese Geschäfte mit der Zeit verloren gegangen, dennoch haben detaillierte Aufzeichnungen über den Futures-Handel im Japan des 17. Jahrhunderts die Zeiten überdauert.

Der Rohstoffmarkt im alten Japan war das Ergebnis der landwirtschaftlichen Entwicklung. Da die Produktion von Reis den Verbrauch schnell übertraf, mussten die Händler die Ware in Lagern unterbringen. Um Geld zu verdienen, während ihr Produkt eingelagert blieb, begannen die Händler, Anrechtsscheine zu verkaufen, die zu einem späteren Zeitpunkt gegen eine bestimmte Menge Reis eingetauscht werden konnten. Für die Verbraucher sorgte diese Praxis für Marktstabilität. In jenen Zeiten gab es zahlreiche Konflikte, und Kämpfe konnten die Ackerflächen verwüsten, was dazu führte, dass der Preis für Reis stieg. Durch den Kauf von Reis-Anteilsscheinen in Friedenszeiten konnte sichergestellt werden, dass die Verbraucher auch in einem Worst-Case-Szenario Zugang zu ihren Grundnahrungsmitteln hatten.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Handel mit Futures auf Rohstoffe an Märkten auf der ganzen Welt. In den USA wurden zur Vereinfachung der Geschäfte Futures abgeschlossen, da sich die Preise für verderbliche Waren in der kurzen Zeitspanne von der Lagerung bis zur Auslieferung ständig änderten. Ein Forward vereinfacht die Preisgestaltung, da damit von Anfang an ein fester Preis für die Ware festgelegt wird.



Grundlagen zu Futures auf Rohstoffe

Der Rohstoffhandel ist ein vielschichtiger Markt, auf dem sich Trader aller Arten tummeln. Im Allgemeinen können Rohstoffhändler in zwei verschiedene Typen eingeteilt werden:

Absicherer

Dieses Profil trifft auf Landwirte, Bergleute, Hersteller und Unternehmen zu. Absicherer sind Trader, die zwangsläufig Rohstoffe kaufen und verkaufen; Landwirte und Bergleute müssen ihre Waren verkaufen, während Hersteller Rohstoffe kaufen müssen. Sie werden als Absicherer bezeichnet, weil sie zur Absicherung ihres Risikos Terminkontrakte einsetzen oder einfacher gesagt, ihre Risiken durch ihr Engagement am Terminmarkt minimieren. Durch den Einsatz von Terminkontrakten können Absicherer Rohstoffe zu einem festgelegten Preis kaufen und verkaufen, anstatt auf den sich ständig ändernden Rohstoffmarkt zu hoffen.

Spekulanten

Preisschwankungen sind für Spekulanten günstig, da diese Art von Trader kein echtes Interesse am Besitz von Rohstoffen hat, sondern Terminkontrakte mit Gewinn verkaufen will. Das bedeutet, dass Spekulanten erhebliche Preisschwankungen benötigen, damit sich ihre Analysen bewahrheiten. Solche Trader achten genau auf die weltweiten Nachrichten und nutzen politische und sozioökonomische Daten, um vorherzusagen, welche Rohstoffe in Zukunft eine steigende Nachfrage verzeichnen werden.

Arten von Rohstoffen

Rohstoffe werden im Allgemeinen in zwei Arten eingeteilt:

Industrierohstoffe

Es handelt sich dabei um Bodenschätze, die gefördert oder durch Bohrungen erschlossen werden müssen, zum Beispiel Gold, Silber, Öl und Kupfer. Diese Bodenschätze sind in der Regel lange haltbar, was bedeutet, das sie längerfristig gelagert werden können. Industrierohstoffe dienen auch als Indikator für den Zustand der Weltwirtschaft, da die meisten Wirtschaftssektoren auf diese Güter angewiesen sind. Industrierohstoffe sind ferner aufgrund der Kontinuität von Bergbau- und Bohraktivitäten relativ schwankungsresistent.

Agrarrohstoffe

Dies sind vor allem landwirtschaftliche Produkte wie Weizen, Reis, Kaffee, Mais, Schweinefleisch und Zucker. Aufgrund des Wesens der Landwirtschaft und der Tatsache, dass Landwirte vom Wetter abhängig sind, weisen Agrarrohstoffe in der Regel eine höhere Volatilität auf. Unvorhersehbare Naturereignisse führten in der Vergangenheit zu enormen Preisschwankungen und dies wird auch in Zukunft der Fall sein. Auch die Überproduktion verschiedener Nutzpflanzen ist ein häufiges Phänomen, das den Preis bestimmter Erzeugnisse so weit drückt, bis das Angebot sich normalisiert.

Neben den oben genannten Kategorien können Rohstoffe weiter in Anlageklassen unterteilt werden. Die Anlageklasse Energierohstoffe umfasst Rohstoffe, die Städte und Fahrzeuge mit Strom versorgen, wie z. B. Rohöl, Uran, Benzin und Erdgas.

Die Anlageklasse der Agrarrohstoffe umfasst die verschiedenen Nutzpflanzen und Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis, Hafer und Sojabohnen. Der Rohstoffmarkt hat seine Ursprünge in dieser Anlageklasse, und mehr als 100 Jahre lang standen im Warenterminhandel hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse im Vordergrund.

Zur Anlageklasse Edelmetalle zählt Gold, das in der Finanzgeschichte eine große Rolle spielte, wobei die Herausgabe von Währungen in der Vergangenheit durch Goldreserven begrenzt war. Obwohl Gold in der Wirtschaft keine so wichtige Rolle mehr spielt wie früher, bleibt es dennoch einer der stabilsten Rohstoffe auf dem Markt.

Nur weil Kupfer, Stahl und Aluminium auch Metalle sind, sollten Sie nicht automatisch annehmen, dass sie zur gleichen Anlageklasse wie Gold, Silber und Platin gehören. Metalle, die für gewöhnlich im Baugewerbe und in der Produktion verwendet werden, gehören zur Anlageklasse der Industriemetalle.

Es gibt noch viele weitere Kategorien auf dem Rohstoffmarkt, was keine Überraschung darstellen dürfte, da die menschlichen Bedürfnissen und Wünsche fast grenzenlos sind. Angesichts der großen Zahl an Rohstoffen ist es für Trader wichtig, sich Zeit für die Recherche zu nehmen. Jeder Rohstoff hat seine eigenen Verhaltensmuster, selbst Rohstoffe derselben Anlageklasse können unterschiedlich auf die gleichen Impulse reagieren. Wie bei allen Märkten ist auch hier die sorgfältige Prüfung einer Anlage unverzichtbar, damit Trader auf dem Rohstoffmarkt Erfolge feiern können.

Mit der Multi-Asset-Plattform LBLV Trader können Sie eine Vielzahl von Rohstoffen zu niedrigen Spreads und Margins handeln.